Brief an den Oberbürgermeister
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
ratlos wie es weitergehen soll, sende ich ihnen mit diesem Schreiben einen Hilferuf.
Was nach jahrelangen Vorbereitungen unsererseits vor 5 Jahren mit einem Traum begann, ist mittlerweile zu mehr als einem Alptraum geworden.
Weg von dem ungeliebten Ascheplatz am Obersee zogen wir auf ein wunderschönes Sportgelände am Schildescher Viadukt (Anschrift s.o.).
Doch dieses Investorenmodell bekam schnell Risse.
Nach einem großartigen Eröffnungswochenende, u.a. mit ihrem Vorgänger Herrn David,zeigten sich schon nach wenigen Monaten die ersten Mängel.
Die Unzulänglichkeiten zogen sich wie ein roter Faden durch die letzten Jahre.
Es gab so gut wie keinen Monat, indem nicht wegen irgendwelcher Probleme mit der StadtBielefeld Kontakt aufgenommen werden musste.
Schon nach gut zwei Jahren standen die ersten große Instandsetzungs- / bzw. Umbauarbeiten an.
Die Mängel am ebenfalls neu erbauten Vereinsgebäude (mit Kabinen etc.) sind zwar nicht endgültig behoben, die Sportplatzprobleme machen uns dennoch viel größere Sorgen und veranlassen uns zu diesem Schreiben.
Unser Verein hat ca. 700 Mitglieder und ist fast ausschließlich im Fußballbereich tätig.
Mehr als 350 Jugendliche werden beschäftigt, daneben sind einige Seniorenteams im Einsatz.
Die o.g. neu erbaute Spielstätte, die damals von den Investoren so hoch gelobte Kunstrasenfläche macht unserer erfolgreichen Vereinsarbeit aber immer öfter einen „Strich durch die Rechnung“.
Schon wenige Monate nach Eröffnung der Anlage mussten erste Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Die Nähte der verklebten „Rasenbahnen“ lösten sich.
Zuerst nur als Momentaufnahme registriert wird dieser Umstand langsam unerträglich für die Vereinsarbeit.
Bereits nach kurzer Zeit durch die Stadt Bielefeld erkannt, wurde Ursachenforschung getrieben.
Nicht ordnungsgemäß angelegter Untergrund? Fehlende Sorgfaltspflicht bei der Verklebung der Nähte?
Immer wieder Platzsperrungen und Untersuchungen.
Sachverständige erschienen vor Ort und stellten die Mängel fest, die auch wir mit bloßen Augen Tag für Tag sahen .
Eine professionelle „Rasenpflege“ hat in den ganzen vergangenen Jahren nie stattfinden können, da entsprechende Geräte fehlten bzw. nicht geeignet waren.
Immer schwebte das Gespenst der „Gewährleistung“, die verständlicherweise nicht aufs Spielgesetzt werden sollte, über der Stadt.
Selbst eine Wochenlange Sperrung 2007, auf die auch der WDR bzw. das Radio aufmerksam wurden und berichteten haben wir überstanden.
Mittlerweile werden die Platzsperrungen aber unerträglich.
Sie kommen aus „heiterem Himmel“ und müssen von eine auf die andere Stunde umgesetztwerden. Allein in den letzten 4 Wochen ist der Platz mehrmals für jeweils mehrere Tage gesperrt worden.
Bei der Menge der o.g. Mannschaften kann man sich die logistischen Probleme vorstellen.
Es müssen ja nicht nur Trainingseinheiten (der Sportplatz wird sieben Tage die Woche genutzt)sondern auch ganze Spieltage an den Wochenenden abgesagt werden.
Wir warten dann darauf, dass der stets bemühte Immobilienservice-Betrieb der Stadt Bielefeld es irgendwie hinbekommt, dass die nicht in Deutschland ansässige, für den Kunstrasen zuständigeFirma es regelt, dass o.g. Nähte wieder einmal geklebt werden – mittlerweile muss ich leider sagen für einige Tage bis zum nächsten Mal!
Wie soll es weiter gehen?
Wir reden von einer Sportanlage die vor gut 5 Jahren eröffnet wurde.
Wir sprechen nicht von einem „Bolzplatz“ sondern von einer „Millioneninvestition“!
Was passiert, wenn, was im Winterhalbjahr vorhersehbar ist, witterungsbedingt nicht mehr geklebt werden kann?
Die Jugendarbeit leidet schon jetzt unter dem Zustand, da Eltern die Situation gar nicht verstehen.
Warum ist in Bielefeld eigentlich immer nur der Sportplatz unseres Vereins gesperrt – wir haben doch so einen schönen Rasen?!
Das geht doch schon so lange so, warum macht denn da keiner was?!
Solcher und ähnlicher Sätze sind wir ständig ausgesetzt.
Die vielen Fragen interessierter Sportfreunde, die die Problematik persönlich beziehungsweise über die Medien mit bekommen, können wir mittlerweile nur noch mit einem Schulterzucken beantworten.
Wo ist die Verantwortung der Stadt gegenüber diesen vielen Sportfreunden, die Woche für Woche bei der Betreuung vieler Kinder und Jugendlicher auch eine Form von Sozialarbeit leisten.
Die finanzielle Lage der Kommune ist auch uns bekannt.
Wo aber bleibt die rechtliche Absicherung gegenüber dem Erbauer der Anlage; von Anfang an waren Mängel zu erkennen; wann greifen Gewährleistungsfragen?
Wie lange sollen wir noch auf die Telefonate warten müssen, die uns eine weitere Platzsperrung mitteilen?
Ich glaube, dass wir mit allen Mängeln, auch was das Vereinsheim betrifft, immer sehr geduldig waren.
Die Verantwortung der Vereinsführung gegenüber dem Verein ist aber vorhanden – wir wollen nicht länger zusehen, das wir, mittlerweile seit Jahren, ohne konkrete Aussage immer wieder mit Vertröstungen auf den Weg geschickt werden.
In Erwartung einer Reaktion verbleibe ich mit
sportlichem Gruß